Daniela Kluckert

Parkplätze dürfen kein Luxusgut werden!

41 Stunden im Jahr verbringen Berliner auf Parkplatzsuche. Diese Suche nach einem freien Stellplatz nervt und sie kostet Geld. Viel Geld: Laut Berechnungen des Instituts Inrix 40 Milliarden Euro - jedes Jahr! Dazu wird unnötigerweise CO₂ ausgestoßen, denn etwa 30% des Verkehrs in Metropolen entfallen auf den sogenannten „Parksuchverkehr“. Klar ist: Wer Lebenszeit gewinnen, Geld sparen und der Umwelt etwas Gutes tun will, muss beim Thema Parkplätze ran.

Leider verschläft die Berliner Verwaltung es, ein smartes Parkraummanagement einzuführen. Seit nunmehr fünf Jahren sollen Park & Ride Stationen in Berlin gebaut werden. Fortschritt? Fehlanzeige! Obwohl die rot-rot-grüne Berliner Regierung – eigenen Aussagen zufolge - mehr ÖPNV- und Pendlerverkehr will, tut sich nichts. Die Vermutung liegt nahe, dass es nicht um eine Verbesserung der Verkehrssituation in unserer Stadt geht, sondern um einen ideologischen Kampf gegen das Auto im Allgemeinen.

Dabei können alle von einem Miteinander der Verkehrsträger profitieren: Durch intelligente Verknüpfung von Verkehrsmitteln beispielsweise, wozu auch die Digitalisierung des Parkens einen entscheidenden Beitrag leisten kann. Smart Parking, also das Einsetzen von Technologien, mit denen sich leichter Parkplätze finden und reservieren lassen, birgt gerade bei uns enormes Potenzial. Der verfügbare Raum kann deutlich effizienter genutzt und unnötiger Verkehr verhindert werden. Gleichzeitig bieten Online-Parklösungen dem Autofahrer mehr Komfort: Parkplätze werden auf Knopfdruck reserviert und die Parkzeit kann online verlängert werden.

Bevor Smart Parking in Berlin allerdings möglich wird, muss das Land noch einige Hausaufgaben erledigen. Damit Smart Parking technisch funktionieren kann, muss zunächst die digitale Infrastruktur ausgebaut werden. Wichtig ist aber auch, dass Kommunen und Smart Parking StartUps mit einander in Kontakt kommen, sich austauschen und wir bessere Erkenntnisse über Parkdaten bekommen. Dazu müssen breit aufgestellt Pilotprojekte her, die das Parkverhalten analysieren und Strategien ableiten. Denn nur aus neuen Einblicken entstehen neue Ideen.

Zu guter Letzt ist die Schaffung eines adäquaten rechtlichen Rahmens essenziell. Es braucht einheitliche Standards für die Vernetzung und den Austausch von Parkdaten, während gleichzeitig Datenschutz und Privatheit gewahrt werden. Stellen wir jetzt die richtigen Weichen für Berlin und Deutschland, damit Parkplätze nicht zum Luxusgut werden!